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südkurier
02 Apr 2019

Bachs Matthäuspassion sorgt im Überlinger Münster für lang anhaltenden Applaus

Bachs Matthäuspassion sorgt im Überlinger Münster für lang anhaltenden Applaus Christian Jäger-Waldau

Dem Münsterkammerchor Überlingen ist zusammen mit Solisten, dem Barockorchester L’arpa festante und der Jugendkantorei Überlingen unter der Leitung der Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau eine berührende und stimmige Aufführung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach gelungen. Mit einem langen und herzlichen Applaus im Stehen quittierte das Publikum die herausragende Leistung der Ausführenden; Jäger-Waldau war nach dem Konzert umzingelt von Zuhörern, denen es offensichtlich ein Bedürfnis war, persönlich und mit Nachdruck den Dank für das Konzert zum Ausdruck zu bringen.

Der Münsterkammerchor zeigte sich bestens vorbereitet und bewies aufmerksame Präsenz. Er meisterte überzeugend einerseits den packenden Biss der Turbachöre, andererseits die sanften Chorsätze und Choräle, die die Seele berührten. Jäger-Waldau wählte für die Choräle der Passionsvertonung vergleichsweise schnelle Tempi. Ob das dem interpretierenden, kontemplativen Charakter der Choräle zugutekommt, ist sicherlich eine Frage der Interpretation beziehungsweise der persönlichen Vorliebe. Die Jugendkantorei übernahm souverän den Cantus Firmus im Eingangschor und gab diesem und den Chorälen eine zusätzlich strahlende Klangnote.

Einen guten Griff gelang der Münsterkantorin bei der Auswahl der Solisten, die Ihre Partien überzeugend mit Verve sangen und zugleich untereinander bestens harmonierten. Herausgehoben und an den Anfang gestellt sei der Tenor Patrick Grahl. Er war im positiven Sinne eine Überraschung. Als ehemaliges Mitglied des Leipziger Thomanerchors ist er mit Bach’scher Vokalmusik seit Jahren bestens vertraut und baute seine sängerische Grundsteinlegung unter Georg Christoph Biller mit einer umfassenden Ausbildung bis zum Meisterklassenexamen bei namhaften Sängern aus. Als Preisträger und nach vielen Engagements ist er inzwischen ein sehr gefragter Solist. Die Rolle des Evangelisten schien im „auf den Leib geschrieben“ zu sein. Zu seiner ausgesprochen schönen Stimme kam eine treffende Gestaltung der Texte hinzu; Grahl verstand es, die Passionsgeschichte auf packende Art und Weise „zu erzählen“. Klasse!

Christian Feichtmair (Bass) sang fein differenziert die Worte Jesu. Andreas Burkhart übernahm mit seiner Baritonstimme überzeugend die Partien von Judas, Petrus, Hohenpriester und Pilatus. Ihm oblagen zugleich die Bassrezitative und reflektierenden Bassarien. Mit glockenklarer, schmelzender Stimme war Monika Mauch in den Sopranpartien zu hören; fantastisch beispielsweise die Sopranarie „Aus Liebe will mein Heiland sterben“. Britta Schwarz, sie war schon oft im Überlinger Münster zu hören, sang betörend schön die Alt-Partien. Direkt unter die Haut ging beispielsweise die Arie „Erbarme dich mein Gott, um meiner Zähren willen“.

Eine großartige Leistung lieferte das Barockorchester L‘arpa festante. Auf originalgetreuen Nachbauten der Instrumente der Barockzeit, die nicht auf Lautstärke, sondern auf schöne, weiche Tongebung optimiert sind, bot das Orchester einen historisierenden Klang aus der Zeit der Erstehung der Matthäuspassion. Besonders erwähnenswert ist die obligate Gambenbegleitung in der Arie „Komm, süßes Kreuz, so will ich sagen“, gespielt von Matthias Müller.

Bernhard Conrads

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