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27 Nov 2019

Farben und Klang im Überlinger Münster

Farben und Klang im Überlinger Münster Dominik Mattes

Eine außergewöhnliche Atmosphäre schuf das Chorkonzert des Münster- und Kammerchores Überlingen unter der Leitung von KMD Melanie Jäger-Waldau. Farbiges Licht leuchtete die gotischen Spitzbögen des Münsters aus, der 400jährige Zürnsche Hochaltar aus Lindenholz war in warmes Licht getaucht, Klänge gesellten sich zu den Farben. Die Chorsänger zogen von hinten an den zahlreichen Zuhörern vorbei ein, summten individuell ihre Tonfolgen, nahmen ihren Platz im Altarraum ein und fanden, auf ein Zeichen der Chorleiterin, zu einem gemeinsamen Ton und begannen mit dem Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Aus dem achtstimmigen Psalm 43, ebenfalls von Mendelssohn Bartholdy, ließ der Münster- und Kammerchor Überlingen die Zeile „Sende dein Licht und deine Wahrheit“ mit reiner Intonation und großer Textverständlichkeit hörbar das Licht aufstrahlen. Unter diesem Titel waren Werke des 18. bis 21. Jahrhundert für das Chorkonzert zusammengestellt. In Max Regers anspruchsvollem geistlichem Gesang für acht Stimmen in zwei Chören nach einem Text von Matthias Claudius „Der Mensch lebt und bestehet“ beeindruckten die Sänger und Sängerinnen durch eine große klangliche und ausdrucksstarke Dichte. Schicksalhaft standen diese Worte des Chorstückes über dem Leben des Komponisten. Fand man Reger doch am 11.5.1916 tot über den Korrekturfahnen seines noch unveröffentlichten Opus 138.

Neben Chorwerken von Moritz Hoffmann und Johannes Brahms schufen das „Lux aeterna“ des lettischen Komponisten Eriks Esenvalds (*1977) und „Immortal Bach“ des Norwegers Knut Nystedt (1915-2014) zusammen mit den Lichtspielen eine fast mystische Stimmung. Zu „Immortal Bach“ verteilten sich die etwa 50 Chorsänger weiträumig im Chorraum und sangen das Sterbelied „Komm, süßer Tod aus Schemellis Gesangbuch von J.S. Bach. Gerade im zeitlosen Verschwimmen der Klangcluster wurde ein Hauch von Ewigkeit hör- und spürbar.

Einen innigen Abschluss des ersten Konzertteiles setzte Mendelssohn Bartholdys „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“ aus Psalm 91. Während der Chor den Kirchenraum verließ und sich auf die Empore begab, spielte Kirchenmusiker und Konzertorganist Martin Weber aus Konstanz an der Nikolausorgel Präludium und Fuge h-Moll BWV 544 von Johann Sebastian Bach. Ein geniales Werk, lyrisch-schmerzlich , architektonisch streng und überirdisch schön.

Die Messe in D-Dur von Antonin Dvorak (1841-1904), die 1887 als Auftragswerk entstand, bestach durch ihre kontrastreiche Dynamik, - mal lyrisch, dann wieder zupackend stimmungsvoll, im Agnus Dei mit einer dreimalig leiser werdenden flehenden Friedensbitte. Zusammen mit den Solisten Ina Weißbach (Sopran), Julia Matt (Alt), Marcus Elsäßer (Tenor),Hermann Locher (Bass) und Martin Weber an der Orgel, gelang dem Münster- und Kammerchor unter der Leitung von KMD Melanie Jäger-Waldau ein atemberaubendes und inniges Klangerlebnis.

Dominik Mattes

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