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Südkurier
24 Jun 2018

50 Jahre Kammerchor und Münsterkonzerte: Festkonzert auf höchstem Niveau

Was für eine grandiose Kulisse im Überlinger Münster: Über 90 Sänger des Münster- und Kammerchores und der Jugendkantorei traten beim Jubiläumskonzert auf.
50 Jahre Kammerchor und Münsterkonzerte: Festkonzert auf höchstem Niveau Christine Gäng

Die Besucher des Überlinger Münsters erlebten am vergangenen Sonntagabend ein Festkonzert auf höchsten Niveau. Das große Jubiläum des 50. Geburtstags des Kammerchores und der Münsterkonzerte wurde mit Carl Maria von Webers (1786–1826) "Jubelmesse" in G-Dur op. 76, der "Trompeten-Ouvertüre" und dem "Lobgesang" von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847) gefeiert.

Perfekte Akustik im Münster
Über 90 Sängerinnen und Sänger, darunter auch viele Jugendliche der Jugendkantorei, bildeten zusammen mit dem befreundeten Barockorchester L’arpa festante (italienisch für "festliche Harfe") aus München und den vier Solisten Sibylla Rubens (Sopran), Britta Schwarz (Alt), Andreas Weller (Tenor) und Hanno Müller-Brachmann (Bass) einen grandiosen Klangkörper, der die gute Akustik des Münsters voll zur Geltung brachte. Das nahezu zweistündige Konzert wurde von der Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau konzentriert und feinfühlig geleitet – eine physische und psychische Höchstleistung.

Den kräftigen Auftakt machte das Orchester mit der festlichen Trompeten-Ouvertüre, ein Jugendwerk von Mendelssohn, in dem die Trompetenrufe dominierend in den Vordergrund drängen. Anlässlich der goldenen Hochzeit des sächsischen Königspaares erhielt Carl Maria von Weber 1818 den Auftrag, eine Messe zu komponieren, weshalb sie den Beinamen „Jubelmesse“ erhielt. Im Credo-Teil der Messe wird die Geburt Jesu einfühlsam von Sibylla Rubens gesungen. Tenor Andreas Weller variiert seine Stimme von ganz leise zur Grabesruhe Jesu, um danach triumphierend die Auferstehung zu preisen.

Im "Lobgesang" der Sinfoniekantate vertont Mendelssohn zehn Bibelstellen, die vom Chor und den Solisten brillant vorgetragen werden. Die Solisten sind ausgewiesene Meister ihres Faches mit nationalen und internationalen Auftritten. Zum großen Finale mit Pauken und Posaunen ertönt zum Lobpreis Gottes „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja“. Danach der magische Moment mit minutenlangen Schweigen beim Glockengeläut, das sich in einem stehenden Applaus der begeisterten Besucher auflöst.


Dank und großes Lob für den Überlinger Münster- und Kammerchor


Nach dem Konzert waren die Besucher zu einem Festakt im Pfarrzentrum eingeladen. Der Vorsitzende des Vereins Münsterkonzerte, Roman Forster, begrüßte zahlreiche Gäste und Redner, darunter den ehemaligen Pfarrer Hansjörg Weber und Domkapitular Andreas Möhrle. Er stellte fest, dass sich die Probearbeit der letzten Monate gelohnt hat. „Mit Chor, Solisten und Orchester kamen drei phantastische Klangkörper zusammen, die durch das facettenreiche Dirigat unserer Münsterkantorin zu einem harmonischen Gesamtwerk zusammengefügt wurden“
Die Festrede hielt der ehemalige Überlinger Pfarrer Hansjörg Weber: „Zu den Perlen der Münstergemeinde von Überlingen gehören die Konzerte des Münster- und Kammerchores." Dies sei ein Verdienst der beiden Chorleiter Anton Johannes Schmid (27 Jahre) und Melanie Jäger-Waldau (23 Jahre). "Ich empfinde die geistlichen Konzerte als künstlerische Höhepunkte im Münster und in der Kirchenmusik in Überlingen", sagte Weber. "Die Qualität des Chores zieht immer wieder neue Sängerinnen und Sänger aus der näheren und weiteren Umgebung an. Liebe Frau Jäger-Waldau, nehmen Sie den lieben Dank und die große Bewunderung der Chormitglieder, der Gemeinde und aller Freunde der Kirchenmusik am Überlinger Münster entgegen.“
Oberbürgermeister Jan Zeitler nannte die Leitung der Überlinger Kirchenmusik durch die Münsterkantorin 1995 ein wahrer Glücksfall für das Münster, aber auch für die Stadt Überlingen. „Es ist ein Beispiel für einen geglückten Generationswechsel. Die Stadt unterstützt gerne, wie und wo es möglich ist.“ Es zeuge von Weitsicht, dass die Überlinger Kirchenmusik schon 1968 einen Förderverein gegründet hat, denn ohne gesicherte Finanzen seien solche Konzerte nicht möglich „Es erfüllt mich mit Stolz, dass Nikolausorgel, Kammerchor und Förderverein nunmehr 50 Jahre so glücklich harmonieren."

Diözesankirchenmusikdirektor Godehard Weithoff war unter den Besuchern des Konzerts. Er schätzt es sehr, dass sich der Chor immer weiterentwickelt habe. Die Musik im Gottesdienst und im Konzert solle als eine Einheit gesehen werden, sagte er.

Bassist Hanno Müller-Brachmann, inzwischen Professor an der Musikhochschule Karlsruhe, kennt Überlingen, wo er mindestens einmal im Jahr einen Auftritt hat. Zu Jäger-Waldau gewandt sagte er: "Das Schicksal hat uns zusammengeführt. Wir haben genial zusammengearbeitet. Über Jahrzehnte hast du fantastische Leistungen erarbeitet, auch im Kinder- und Jugendbereich. Hier in der Bodenseeregion ist ein kulturelles Zentrum und das Münster ist ein so schöner Klangraum."

Francoise Wilhelmi de Toledo sprach für die Sponsoren der Münsterkonzerte. Für sie ist das freie Orgelspiel der Kantorin oft das größte Gotteslob der Messe. Die Sponsoren sehen es als ein Privileg und eine Freude, solche Veranstaltung wie das Konzert zu unterstützen.

Melanie Jäger-Waldau sagte in ihrer kurzen Dankesrede: „Vor 23 Jahren bin mit offenen Armen hier empfangen worden. Ich bin gerne hier. Das Überlinger Münster ist einfach ein Traum, ein seelischer Kraftraum mit einer phantastischen Akustik, die Orgel ist wie ein Engel mit zwei Flügel und 1968 sehr vorausschauend gebaut worden."

Lothar Fritz
Bilder: Christine Gäng

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