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Südkurier 11.12.2016
11 Dez 2016

Besucheransturm beim Weihnachtsoratorium

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in zwei Konzerten, zusammen über 1650 begeisterte Zuhörer im Überlinger Münster: Die gemeinsamen Konzerte von Münster- und Kammerchor und der Jugendkantorei Überlingen waren ein überaus stimmungsvoller Auftakt in die Weihnachtszeit.
Besucheransturm beim Weihnachtsoratorium Bilder: Rainer Jäckle

Mit kleinen und großen Schritten zum Jesuskind
Im ersten Konzert wurde das Werk kindgerecht aufgearbeitet. Wie vermittelt man Kindern eine so komplexe Komposition wie das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach? Dem Münster- und Kammerchor, der Jugendkantorei Überlingen, ist dies mit den Solisten Sibylla Rubens (Sopran) Ursula Eittinger (Alt), Andreas Weller (Tenor), Tobias Berndt (Bass) sowie dem Barockorchester L'arpa festante aus München unter der Leitung von Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau hervorragend gelungen.
Das Weihnachtsoratorium für Kinder ist zugleich auch eines für Erwachsene. Der Salzburger Violinist Michael Gusenbauer ist nicht nur Autor dieses erfrischenden Dialogkonzerts; er schlüpfte selbst in die Rolle des Hirten mit Hirtenstock und Laterne und schauspielerte auf eine derart herzliche und humorvolle Weise, dass selbst Erwachsene ihren sichtbaren Spaß daran hatten. Dabei ging es nicht nur um die fantastische Musik des früheren Thomaskantor Bach, sondern es wurde auch kurzweilig und kindgerecht, zuweilen mit burlesker Mimik, die Geschichte von der Geburt des Jesuskindes erzählt. Glaubhaft schilderte Gusenbauer die Szenerie der Hirten auf dem Felde, die Verkündigung der Geburt des Heilands und vermittelte zugleich die verschiedenen musikalischen Motive der einzelnen Instrumente beim jubelnden Eingangschor "Jauchzet, frohlocket".

Humorvoll demonstrierte Gusenbauer zusammen mit Chor und Orchester bei Chorsatz "Lasset uns nun gehen", wie große Hirten mit großen Schritten und kleine Hirten mit kleinen Schritten gen Bethlehem eilten, um das Jesuskind anzubeten. Eindrücklich schilderte Gusenbauer die Krippe: "Das Stroh sticht ja und ist gar nicht gemütlich für das Christkind, das ja mindestens sowas ist, wie ein König." Doch welches Instrument ist einem König würdig? Der Reihe nach stellte Gusenbauer Orchesterinstrumente wie Querflöte, Oboe, Fagott, Violine, Bratsche, Cello, Kontrabass und Pauken vor einschließlich kleiner Klangbeispiele. Erst bei der Trompete war Gusenbauer überzeugt, dass dessen strahlender Klang einem König würdig sei. So muss es Bach wohl bei der Arie "Großer Herr und starker König" auch empfunden haben.

Eine musikalische Gestaltung, die die Herzen öffnet

Am darauffolgendem Tag haben mit brausendem Applaus im Stehen an die tausend Konzertbesucher im voll besetzten Überlinger Münster ihre Anerkennung und ihren Dank für eine überaus gelungene Aufführung der Kantaten I bis III sowie VI zum Ausdruck gebracht. Die Zuhörer waren begeistert und glücklich. Der Münster- und Kammerchor war nicht nur in Topform, sondern wurde zudem von der Jugendkantorei Überlingen verstärkt, ein hörbarer Gewinn. Die zwei Chöre entwickelten, ohne auf die Stimmen zu drücken, einen enormen Schalldruck, der locker den großen Klangraum der Kirche auszufüllen vermochte. Schon im Eingangschor "Jauchzet, frohlocket" überzeugte der Chor mit edlem Klang. Besondere Sorgfalt war in der musikalischen Gestaltung der Choräle zu spüren. Wem geht bei einer solchen Musik und einer solch nuancierten musikalischen Gestaltung nicht das Herz auf?

Das Orchester reagierte blitzschnell und sehr sensibel auf Jäger-Waldaus Dirigat. Ohne Stab formten ihre Hände Anweisungen zu Dynamik, Tempo und Artikulation. Der Tenor Andreas Weller sang mit weicher, ausdrucksreicher Stimme komplett auswendig den Part des Evangelisten, der das Geschehen nicht neutral berichtet, sondern mit innerer Anteilnahme. Ursula Eittinger war für die erkrankte Britta Schwarz eingesprungen. Ihre warme Stimme fügte sich ideal in das Solisten-Ensemble ein. Tobias Berndt überzeugte mit kräftigem Bass. Sibylla Rubens wunderbar klare Sopranstimme war ein Genuss und ging zu Herzen.
Bernhard Conrads

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