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18 Okt 2014

Der Klang des Himmels: Kinder hören Haydns Oratorium „Die Schöpfung“

Überlingen - Im Überlinger Münster kam am Samstag Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in einer Fassung für Kinder zur Uraufführung.
Der Klang des Himmels: Kinder hören Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ Bild: Lauterwasser

„Wie konnte der Haydn das erraten?!“ Diese Frage stellte sich der im Hausmeisterkittel auftretende Orchesterwart Michael Gusenbauer immer wieder. Er kennt sich mit der Anfang des 20. Jahrhunderts aufgekommenen Urknalltheorie aus. Sein Gegenpart ist Orchestermusiker Franz Rauch. Dieser versteht wiederum die bilderreiche Sprache der Musik von Joseph Haydn, und damit auch das 1798 zu Beginn der Aufklärungszeit entstandene Oratorium „Die Schöpfung“, das in Originalauszügen in der Fassung eines Kinderkonzerts am Samstag im Überlinger Münster uraufgeführt wurde.

Der erste Gänsehautmoment lässt nicht lange auf sich warten. Als das Orchester musikalisch die Entstehung der Welt vertont und der Gesamtchor aus Jugendkantorei sowie Münster- und Kammerchor Gottes Worte erstrahlen lässt: „Es werde Licht!“. Da ist die Frage erlaubt, ob sich das nicht tatsächlich wie ein Urknall angehört hat.

Die Kinder sind gebannt dabei. Sie lachen, wenn die Meteoriten den schauspielerisch begabten Moderatoren musikalisch um die Ohren sausen, hören das vertonte Blubbern der Gasblasen und die dramatische Musik zur giftigen, nicht einzuatmenden Luft. Das mit Kamera eingefangene und auf Großleinwände übertragene Geschehen lässt alle Zuhörer unmittelbar teilhaben. Und was der naturwissenschaftlich erläuternde Orchesterwart erzählt, passt dabei herrlich zur von Haydn komponierten Musik. Wenn dann mit samtenem Schimmer der Mond aufgeht, besungen von Tenor Andreas Weller, oder das frische Grün mit der blühenden Stimme von Sopranistin Sibylla Rubens zur floral geschmückten Münsterdecke empor sprosst, gibt es ruhige Momente. Spannend wird es, wenn Bass Konstantin Wolff das kriechende Gewürm besingt und den vor Freude brüllenden Löwen ins Münster stellt. Wale schwimmen durch den Kirchenraum, die im Kontrabass zu sehen sind. Und wie kam der Haydn nur auf den Dinosaurier ähnlichen Ton des Kontrafagotts? Konnte er sich Dinge vorstellen, die er noch nie gesehen hatte? So wie es den kleinen und großen Zuhörern mit Haydns Musik gelang, sich all das vorzustellen? Dass die Kinder auf diese schöne Schöpfung aufpassen werden, mit dieser Zuversicht gehen die Erzähler ab, während der Chor anstimmt: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“.

- Christine Gäng -

Kinderkonzert

Franz Rauch ist Bratschist, Michael Gusenbauer Violinist im Barockorchester „L'arpa festante“. Nach Bachs Weihnachtsoratorium und Johannespassion hat Gusenbauer auf Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ basierend ein Kinderkonzert gestaltet – die beiden letztgenannten im Auftrag der Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau. Unter ihrer Leitung fand die Uraufführung im Überlinger Münster statt. Doch wie kam Gusenbauer auf die Idee, geistliche Musik für Kinder zu erzählen? „Das ist mir einfach passiert. Mir ist bei Aufführungen von Bachs Weihnachtsoratorium aufgefallen, dass oft Kinder mitgebracht wurden, obwohl das ja keine Kindermusik ist“, erklärt Gusenbauer. Als Salzburger ist er mit der Tradition des Adventssingen als Schauspiel vertraut und so kam ihm die Idee: „Das ist auch mit den Arien Bachs machbar.“ Er will Kindern ermöglichen, selbst zu erkennen, „was Qualitätsmusik ist und was Mist“. (cg)

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