Pressespiegel.... einige Ausschnitte aus Konzertbesprechungen.... Südkurier, 25. März 2010 Passions-Vertonungen im Epochen-Vergleich Überlingen
– Ein ergreifendes und überaus gelungenes Passionskonzert
erklang kürzlich im Überlinger Münster. Der
Überlinger Münster- und Kammerchor unter der Leitung von
Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau führte Motetten aus
verschiedenen Jahrhunderten auf. Martin Weber ergänzte das
Programm mit Orgelwerken.
Für gewöhnlich denkt man bei einem Passionskonzert an oratorische Passionen wie zum Beispiel die populäre Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Dass es neben oratorischen Passionsvertonungen eine fast unerschöpfliche Fülle von wunderschönen Werken über das Leiden und Sterben Jesu Christi gibt, ist oft weniger bekannt. Umso mehr darf man dankbar sein, wenn Jäger-Waldau aus einer gut gewählten, stimmigen Auswahl von Passionsvertonungen aus mehreren Stilepochen ein packendes Konzert zusammenstellt. Das Konzert begann mit italienischer Renaissancemusik. Claudio Monteverdis und Tomàs Luis de Victorias Chorsätze bezauberten durch dicht verwobene und dennoch schlicht wirkende Polyphonie. Die Motette „Tristis est anima mea“ entnommen aus den zumeist düster wirkenden „Responsorien zur Karwoche“ von Carlo Gesualdo di Venosa, überraschte durch für diese Epoche ungewöhnliche Chromatik und den kühnen Harmoniewechseln, die einen Chor ziemlich fordern. Ebenfalls sehr schön gesungen war der 51. Psalm „Miserere Dei“ von Gregorio Allegri. Die im Wechsel vorgetragenen einstimmigen Psalmodien und mehrstimmig auskomponierten Psalmverse luden zur Meditation ein. Vielleicht hätte ein etwas gemäßigteres Tempo diesen Effekt noch mehr unterstützt. Packend gestaltete der Chor Antonio Lottis dissonanzenreiches „Crucifixus“. ![]() Wunderbar differenziert gestaltete Jäger-Waldau durch ihr Dirigat Michael Haydens „Tenebrae factae sunt“. Expressiv darin gelang die Akklamation „Deus meus, ut quid me dereliquisti“ (Mein Gott, warum hast du mich verlassen) und das nachfolgende, feinfühlig-zarte „Et inclinato capite, emisit spiritum“ (und neigte das Haupt, und verschied). Anton Bruckners harmonisch reich gestaltetes Graduale „Christus factus est“ beeindruckte nicht nur durch Bruckners genialen Chorsatz, sondern auch durch den gewaltigen Dynamikumfang des Chores. Eine ganz andere Dimension an Chormusik wurde durch die beiden Stücke des Ungarn György Deák-Bárdis erlebbar. In diesen packenden Werken sind Dissonanzen, Klangcluster, Glissandi und andere moderne Stilmittel Bestandteile einer modernen Tonsprache. Beim „Eli, eli, lamma sabactháni“ wird die verzweifelte Situation Jesu am Kreuz musikalisch sehr plastisch ausgedrückt. Zwischen den Chorblöcken spielte Martin Weber auf der Nikolausorgel Choral und fünf Variationen aus der Passions-Partita „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ von Bach und das packende „Präludium und Fuge über B-A-C-H“ von Liszt. Mit farbiger, ansprechender Registrierung, virtuoser Spieltechnik und subtiler Agogik, die zum Fugenbeginn fast bis zum Stillstand reichte, gelang es Weber, fesselnde Spannungsbögen aufzubauen und das großartige Orgelwerk zu einem Erlebnis zu machen. Bernhard Conrads Südkurier, 02. Dezember 2009 Advents- und Weihnachtskonzert 29. November 2009 im Münster St.Nikolaus Jubelklänge schallen durchs Kirchenschiff Ein
großartiges Advents- und Weihnachtskonzert gelang dem
Münster- und Kammerchor Überlingen sowie der Jugendkantorei
im Münster. Das Konzert stand unter der Leitung der beiden
Kirchenmusiker Melanie Jäger-Waldau und Martin Weber, die sich im
Dirigat abwechselten. Weitere Mitwirkende waren Andreas Jetter an
beiden Orgeln des Münsters und das vierstimmige
„Nymphenburger Trompetenensemble“ aus München.
Der
Konzertabend machte deutlich, dass man keineswegs immer zu monumentalen
Oratorien greifen muss, um ein ergreifendes geistliches Konzert bieten
zu können. Jäger-Waldau und Weber präsentierten
traumhaft schöne Meisterwerke, angefangen von polyphonen
Kompositionen der Spätrenaissance und des Frühbarocks,
über Chorsätze der Romantik und des 20. Jahrhunderts, bis hin
zu zeitgenössischen Stücken. Vielseitig war die Auswahl an
drei bis achtstimmigen, teilweise doppel- und tripelchörigen
Kompositionen, die mit überzeugender Interpretation sehr
unterschiedliche Stimmungsbilder der Advents- und Weihnachtszeit zuwege
brachten.
Bereits zu Beginn ließ das räumliche Klangerlebnis des
„Rorando coeli“, dessen ruhig fließender Satz sich
kanonisch auf einen Hauptchor vorn, sowie auf zwei Echochöre im
Seitenschiff und auf der Orgelempore verteilt, aufhorchen.
Kraftvoll und plakativ gestaltete der Chor mit „Machet die Tore weit“ und „Hosianna, dem Sohne Davids“ freudig-jubelnde, adventliche Erwartungsstimmung, die ebenso in Max Ehams zeitgenössischem, aber eher traditionell komponierten „Freuet euch“ mit Trompeten und Posaunen in ihrer Wirkung nochmals verstärkt zum Ausdruck kam. Christian Lahusens „Wisst ihr noch wie es geschehen“ war ein Beispiel für die blitzschnelle Wandelfähigkeit des Münster- und Kammerchores und der Jugendkantorei vom himmelhoch jauchzenden Lobpreis im Fortissimo zum ganz zart-innigen, aber dank wohldosierter Agogik dennoch spannenden Erzählen der Heilsgeschichte. Obwohl überwiegend nur dreistimmig hat es Zoltán Kodálys „Veni Emmanuel“ in sich. Der Chor meisterte diesen „Prüfstein für Intonationssicherheit“ mühelos. Packende Dynamikfähigkeit des Chores überzeugten beim „Ave Maria“ von Anton Bruckner und der beiden ineinander übergehenden doppelchörigen Werken von Mendelssohn-Bartholdy. Geradezu fesselnd gestaltete sich die etwas düstere a-moll Harmonik Benjamin Brittens „A Hymn to the virgin“, die im Mittelteil des Werkes mit Jazzharmonien kontrastieren, sehr effektvoll aufgeteilt auf einen Haupt- und einen Echochor. Überaus reizvoll auch Gábor Lisznyais „Puer natus est“. Schön, dass auch britische „Carols“ auf das Programm kamen. Deren fröhliche Ausdrucksweise, oft mit kraftvoller Orgelunterstützung gepaart, ist Ausdruck einer ganz eigenen und faszinierenden Singtradition. Hier kamen die lupenreinen und hellen Stimmen der Jugendkantorei besonders zum Tragen. ![]() Ein gewiss glücklicher Griff war das Engagement des Münchener Bläserensembles, das mit zwei Trompeten, Tenor- sowie Bassposaune die Programmblöcke mit wohlklingenden Interludien auflockerten. Weicher Ansatz, lupenreine Intonation und präzises sowie sehr differenziertes Zusammenspiel machte das Zuhören zu einem Genuss. Ein schönes Finale erfuhr das Konzert mit der Kombination der Sätze von Allan Willcocks und David Hill über „Nun freut euch ihr Christen“, in der die Zuhörer durch Mitsingen eingebunden wurden. Diese machten davon regen Gebrauch. Zusammen mit Überchor, Bläsern, und zwei Orgeln in einer von Jäger-Waldau adaptierten Fassung füllte sich der Kirchenraum mit freudigem Jubelklang, schöner kann ein Konzert nicht enden. Großer und langer Applaus. Bernhard Conrads ![]() Südkurier, 01. Juli 2009 Gepflegter
Chorklang, packende Dramatik: Der Überlinger Kammerchor und
Münsterchor unter der Leitung von Münsterkantorin Melanie
Jäger-Waldau führte das Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn
Bartholdy auf. Mit
einer ergreifenden, exzellenten Aufführung des Oratoriums
„Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im Überlinger
Münster bescherte der Kammer- und Münsterchor Überlingen
zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz unter der
Leitung von Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau einen
weiteren Höhepunkt in der Reihe der Münsterkonzerte und
erinnerte zugleich am Ende des Paulusjahres sowohl an den 2000.
Geburtstag des Apostels, als auch an den 200. Geburtstag des
Komponisten.
Es ist erstaunlich, welch monumentales Chorwerk der erst 25-jährige Komponist einst schuf. Immer wieder sind zwar Einflüsse seiner großen Vorbilder Bach und Händel unüberhörbar. Dennoch trägt das zweiteilige Oratorium ganz individuelle Züge der Tonsprache des Komponisten, in der romantische Elemente und liedhafte Arrangements mit barocken Formaten der Rezitative, Arien, Turbachöre und Choräle verquickt sind. Ganz zentral ist Mendelssohns Lichtmetaphorik, die Martin Weber ergänzte das Programm mit Orgelwerkenüber den Chor „Mache dich auf, es werde Licht“ immer wieder Verbindungen zwischen den einzelnen Stücken schafft. Der erste Teil erzählt die Geschichte der Steinigung des Heiligen Stephanus, für die sich Saulus von Tarsus ereifert. Auf dem Weg nach Damaskus erscheint ihm Jesus Christus, dessen Licht ihn blendet und bekehrt. Saulus legt seinen hebräischen Namen ab, um fortan den römischen Namen Paulus anzunehmen.
![]()
Der zweite Teil behandelt die
Missionstätigkeit, in der der Bekehrte nun selbst in
Bedrängnis gerät. Eingerahmt sind beide Teile in jeweils zwei
monumental-expressive Chöre. Nicht nur hier bewies der
Münster- und Kammerchor sein herausragendes sängerisches
Niveau. Bei sehr ausgewogenem Chorklang zeigte der Chor Präsenz
bei den Einsätzen, eine lupenreine Intonation auch in hohen
Tonlagen, und eine fantastische Dynamikfähigkeit bei
gleichbleibend guter Aussprache. Beachtenswert ist ferner die rasche
Wandelbarkeit des Chores, der sich von einer „geifernden
Volksfurie“ in den Juden- und Heidenchören blitzschnell zum
innigsten, zarten Choral umzuschalten vermag. Absolut überzeugend
wirkte zum Beispiel das fordernde „Steiniget ihn!“, das
über einen verkürzten Dominant-Sept-Non-Akkord emotional
extrem aufgeladen aus rund 70 Kehlen eindrücklich wie
Fanfarenstöße skandiert hervordrang. Wem lief da keine
Gänsehaut über den Rücken? Welch ein Genuss aber auch
die lieblich, dynamisch und agogisch wohlgestalteten, kontemplativen
Choräle. Wie schön ferner das von den Frauenstimmen
völlig immateriell gesungene sphärisch-zarte „Saul!
Saul! Was verfolgst Du mich“, das fast von dem vielleicht etwas
zu lauten Orchester verdrängt wurde.
Die Solistin Silke Schwarz gestaltete die Rezitative und Arien einfühlsam mit ihrer Sopranstimme, ausgestattet mit Wärme und charakteristischer Färbung. Das von ihr ebenfalls übernommene und in diesem Werk einzige Alt-Rezitativ und -arioso ist sicher ein akzeptabler Kompromiss. Andreas Weller vermochte seine dramatischen Tenorpartien in packender Weise singen und ließ auch bei lyrischen Stücken wie zum Beispiel „Sei getreu bis in den Tod“ keine Wünsche offen. Hanno Müller-Brachmann überzeugte mit einem wahrhaftig sonoren, biblischen Bass. ![]() Mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz hatte Jäger-Waldau ein Orchester zur Verfügung, das akkurate, saubere Orchesterarbeit ablieferte, wobei die begleitende, von Martin Weber gespielte Marienorgel zum Klangfundament nicht unwesentlich beitrug. Souverän fügte Jäger-Waldau mit ihrem Dirigat den Chor, das Orchester und die Solisten zu einem stimmigen Ensemble zusammen. Lange hielten die Zuhörer das Glockengeläut nach dem Schlussakkord nicht aus, die Begeisterung entlud sich in langen „Standing Ovations“. Bernhard Conrads ![]()
Südkurier, 18. November 2008 Südkurier, 01. Juli 2008 Zum Jubiläum J.S. Bach H-Moll-Messe in Überlingen Konzert am 29. Juni 2008 Eine Kirche, so meint man, betritt der Normalbürger im Sommer höchstens, um sich einige Momente der Abkühlung zu verschaffen. In Überlingen ist das anders. Das Münster ist voll besetzt, als Melanie Jäger-Waldau den Taktstock hebt für eines der komplexesten Werke der Musikgeschichte: Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe – ein etwas untypisches Werk für ein Chorjubiläum, das es an diesem Nachmittag zu feiern gilt. Seit 40 Jahren gibt es den Münster- und Kammerchor, seither auch die Münsterkonzerte. Die stehenden Ovationen, die das Publikum schließlich zollen wird, sind nicht zuletzt auch ihr ganz persönlich gewidmet. Mit 25 Jahren kam Jäger-Waldau 1995 nach Überlingen, frisch aus dem Studium auf eine Stelle, auf die sie sich selbst „keine Chance“ ausgerechnet hatte. Ihre Ankunft hat im Chor zunächst für einen Einbruch gesorgt. Auf 35 schrumpfte die Mitgliederzahl, wie das häufig bei einem Leitungswechsel zu beobachten ist. Doch das gab ihr auch die Chance für einen „Neuanfang“, und bereits nach zwei Jahren tummelten sich 80 Sängerinnen und Sänger in ihrem Ensemble, das bis heute, altersmäßig gut durchmischt, in dieser Stärke antritt und damit die Bezeichnung „Kammerchor“ eigentlich abgeben müsste. Der Neuanfang war verbunden mit neuen Klangbildern: Jäger-Waldau ist eine Freundin der historischen Aufführungspraxis und arbeitete auch für dieses Konzert mit dem Münchner Barockorchester „L’Arpa festante“ zusammen, das nicht nur spieltechnisch in die Geschichte zurückgreift, sondern auch auf alten (bzw. nachgebauten) Instrumenten musiziert. Gerade im Bläserklang horcht man da auf: Die historischen Flöten, Oboen, Fagotte und das Naturhorn klingen doch deutlich anders als ihre modernen Nachfolger und verleihen der Messe Seiten, die man vielleicht so bisher noch nicht gekannt hatte. Weicher wirkt die Musik, transparenter. (…) Was immer wieder überzeugt, ist der musikantische Geist, in dem die Aufführung steht: Die Chöre sind frei von Schwere, es wird im Tempo nicht geschleppt und im Tutti nicht gebrüllt, das Zusammenspiel mit Orchester, Organist und Solisten gelingt reibungslos, und es gibt viele Momente, an denen man auch als kritischer Hörer seine reine Freude hat: So der prächtige, von souveränen Blechbläsern begleitete Einsatz zum Gloria und dann der sanft zurückgenommene Übergang zur Textzeile „et in terra pax …“, die lebendige, dynamische Gestaltung im Credo oder der mitreißende Gottesjubel (mit kraftvollem Bass-Einsatz) im Sanctus. (…) Bettina Schröm Südkurier, 19. Dezember 2007 Rheinbergers "Der Stern von Bethlehem" und Mendelssohns Choralkantate "Vom Himmel hoch" Konzert am 16. Dezember 2007 So berührend kann Musik sein Schön. Oh, wie schön war das", resümieren die vielen Besucher nach lang anhaltendem, enthusiastischen Applaus im proppenvollen Überlinger Münster. Inspiriert wurden sie mit Rheinbergers Opus 164 ("Der Stern von Bethlehem") und dem ersten Teil aus Mendelssohns Oratorienfragments "Christus". Die frohe Botschaft von Christi Geburt unter die Haut gehend vermittelt haben der Münster- und Kammerchor und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben zusammen mit den Solisten Silke Schwarz (Sopran) und Marco Vasalli (Bariton). Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau, deren gezielte und fundierte Einstudierungen für Klang, Präzision, Sprache und Affekt bürgen, führte die bestens disponierten Mitwirkenden mit einfühlender Präzision in sparsamer, dezidierter Gestik zu einer homogenen Einheit. Kraftvoll, dynamisch, dicht und durchsichtig zugleich brach zur Eröffnung der chorische Jubel mit Mendelssohns Choralkantate "Vom Himmel hoch" über das Publikum jenseits des Altarraumes herein. Insgesamt bestach der Chor durch seine Beweglichkeit, Koloratursicherheit und die Intonation. Der Verlauf jeder einzelnen Stimme blieb hörbar, nichts verlor sich. (…) Gabi Rieger
Südkurier, 21. November 2006 "Sie fordert viel, und es macht sehr viel Spaß, mit Melanie Jäger-Waldau zu singen", hatte kurz vor Beginn des Konzertes ein Tenor aus den Reihen des 70 Stimmen starken Chores erklärt, der die a capella-Werke im Altarraum sang, und die folgende Dvorak-Messe in D-Dur op. 86 auf der Orgel-Empore. Ihr aufmerksamer Blickkontakt zur Dirigentin führte zum einen zur Verwirklichung spontaner Einfälle, die im sensiblen Aufgreifen der Publikums-Stimmung entstanden, zum anderen sorgte er für blitzsaubere Einsätze und eine ausgefeilte Dynamik.(...)
Südkurier, 28. Juni 2006
Südkurier, 20. Dezember 2005 Einmal ein kirchliches Weihnachtskonzert, das auf Bach völlig verzichtete! Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau hat es sich nicht leicht gemacht mit einem Programm, das ausschließlich für französische Romantik stand. Werke, die ohne volltönige Bläserklänge auskommen, aber mit einem präsenten und schlanken Streicherklang durch die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben vertreten waren. Zudem konnte Jäger-Waldau durchweg souveräne Solisten gewinnen: Irene Mattausch (Sopran), Frauke May (Mezzosopran), Ulrike Clausen (Alt), Taylan Memioglu (Tenor) und Marco Vassalli (Bass). An der historischen Marienorgel begleitete Organist Andreas Rütschlin aus Villingen. Fast 90 Sängerinnen und Sänger des Münster-
und Kammerchores verbreiteten Atmosphäre im absolut voll
besetzten St.-Nikolaus-Münster. Schon im zuerst gehörten
Psalm 2 "Warum toben die Heiden", einer Motette für
Solobass, Chor, Streicher und Orgel von César Franck,
überzeugten Gestaltungskraft, saubere Artikulation und
Klangschönheit unter einem Dirigat von Melanie Jäger-Waldau,
das zu jeder Zeit durch klare und unprätentiöse Stabführung
erneut hohem musikalischem Ausdruck gerecht wurde. (...) Nach der
ebenso gelungenen "Messe de Noël"
von Fernand de la Tombelle stand ein weiterer französischer
Tondichter auf dem Programm: Camille Saint-Saëns
Weihnachtsoratorium für fünf Solostimmen, Streicher, Harfe,
Orgel, und Chor - hier noch verstärkt durch die frischen Stimmen
der Jugendkantorei. (...) Der Schlusschor mit seinem vierstimmigen
hymnischen "Alleluja" war am Ende eine Ode an
Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau, die auf zehn Jahre
ebenso erfolgreiche wie bedeutende Chor- und Orchesterarbeit am
St.-Nikolaus-Münster zurückblicken kann. Südkurier, 28. Juni 2005 Im homogenen, ausdrucksintensiven
Miteinander waren alle hoch motiviert und in allerbester Disposition.
Es war eine Freude, Melanie Jäger-Waldau in ihrem musikalischen,
auf solidem Werkverständnis beruhenden Dirigat zu erleben. Ihre
präzise wie einfühlsame Zeichengebung atmete eine in sich
ruhende, federnde Leichtigkeit, die auch das sehr agogische Singen
und Musizieren im homogen-harmonischen Miteinander spiegelte. (...)
Unter die Haut geht im Lauda Sion das geheimnisvolle „Sumit unus“,
das vor dynamisch ausschwingendem „Amen“ gesungen ist. (...) Im
Lobgesang besticht der stimmschöne Tenor mit lebendigem
Erzählcharakter.(...) „Saget es“, singt sich beschwörend
zunächst fast flüsternd, dann immer lauter und farbiger
werdend der Chor unter die Haut.(...) Von dem symphonischen Leuchten
der Philharmoniker singt a cappella der Chor den Dank so feierlich,
als trage er einen kostbaren, zerbrechlichen Schatz.(...)
Südkurier,
17. November 2004
Schwäbische
Zeitung 06. Juli 2004
Südkurier,
24. März 2004
Südkurier,
01. Juli 2003
Südkurier,
14. November 2002
Südkurier,
7. Mai 2002
Südkurier, 27. Juli 2000
|