Aktuelles / Pressespiegel

Südkurier, Oktober 2014
19 Okt 2014

Höchstleistung im Münster

Überlingen - Münster- und Kammerchor brilliert mit Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ im Überlinger Münster.

Einen ganz großen Wurf gelang dem Münster- und Kammerchor Überlingen, dem Münchener Orchester L'arpa festante auf historischen Instrumenten, und den Solisten Sybilla Rubens (Sopran), Andreas Weller (Tenor) und Konstantin Wolff (Bass) unter der Leitung von Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau.

Höchstleistung im Münster Bild: Conrads

Für den durchaus erfolgsgewöhnten Überlinger Münster- und Kammerchor ist ausgeprägter Applaus nicht gerade eine Seltenheit. Aber der stehende, frenetische Applaus und die nicht enden wollenden Bravo-Rufe des völlig begeisterten Publikums nach der großartigen Aufführung von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ im Überlinger Münster sprengen wohl bisherige Maßstäbe. Bei diesem Konzert hatte einfach alles gestimmt. Das Konzert war zweifellos nicht nur für die Zuhörer im nahezu ausverkauften Münster ein prägendes Erlebnis, sondern spürbar auch für die Ausführenden mit dem Überlinger Münster- und Kammerchor, verstärkt durch einige Mitglieder der Jugendkantorei, dem Münchener Barockorchester L'harpa festante, den Solisten Sybilla Rubens (Sopran), Andreas Weller (Tenor), Konstantin Wolff (Bass) und der Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau als künstlerische Leiterin und Dirigentin. Der Chor war in Höchstform. Nach stark gedämpft gesungenem Chorsatz „Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche des Wassers“ skandierten rund 80 Kehlen im Fortissimo und unterstützt vom Orchester „Und es ward Licht“; bereits nach 85 Takten eine Akklamation, die Gänsehaut hervorrief. Mit makelloser Intonation, sehr guter Sprachkultur und breit angelegter Dynamikfähigkeit ließ der Chor keine Wünsche übrig. Zudem zeigten die Sänger ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und überzeugende Präsenz bei den Einsätzen, Sicherheit bei Koloraturen und trotz langem Stehen noch die Ausdauer, um das Fugato „Des Herren Ruhm“ im Schlusssatz kraftvoll herüber bringen zu können.

Auch das Orchester überzeugte auf ganzer Linie. Authentizität im Klang, wie zu Haydns Zeit, hatte das Orchester dadurch, dass es auf historischen und historisierend gebauten Instrumenten spielte. Ob Holzbläser oder Streicher, der Orchesterklang erlaubte einen Eindruck, wie das Orchester zu Haydns Zeit geklungen hatte. Für den Basso continuo hatte man sogar eigens einen Nachbau eines historischen Hammerklaviers herangeschafft. Überzeugend war nicht nur der Klang, sondern auch die Dynamik, mit der das Orchester spielte.

Die fein dosierten Crescendi beispielsweise beim „Chaos“ in der Ouvertüre, als auch beim von Haydn komponierten „Sonnenaufgang“ bewiesen für die musikalische Gestaltung eine unglaubliche Sensibilität. Ein Glücksfall waren schließlich die drei Solisten. Rubens brillierte mit klarer Stimme und überschäumend fröhlichem Ausdruck. Andreas Weller, in Überlingen kein Unbekannter, stellte mit seiner Tenorstimme eine wunderschöne Fähigkeit des lyrischen Gesangs unter Beweis. Auch die Bassstimme war mit Konstantin Wolff hervorragend besetzt. Alle diese „Fäden“ hatte Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau souverän in der Hand. Mit ihrem Dirigat zeigte Jäger-Waldau ein treffsicheres Gefühl für die facettenreiche, wirkungsvolle und spannende, musikalische Gestaltung des Oratoriums. Die Tempi stimmten perfekt und bei den zahllosen Fermaten gab sie genügend Raum sowohl für spannungssteigernde Generalpausen, als auch für virtuose Verzierungen im Gesang der Solisten. Manche Publikumsstimmen meinten, dass Haydns Schöpfung Jäger-Waldaus bislang gelungenstes Konzert war. Man mag es gerne glauben.

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